Leuenberger meistert Sprung in das kalte Wasser

Benjamin Leuenberger meldete sich mit einem Doppeleinsatz in der GT1-Weltmeisterschaft in China wieder zurück in der ersten Liga der Sportwagenrennen. In einem Lamborghini Murcielago des Teams DKR www-discount.de startete der Solothurner erstmals in der hart umkämpften GT1-Weltmeisterschaft und schlug sich mit einer Ankunft in den Punkterängen beim Premierenrennen in der chinesischen Hauptstadt Peking achtbar.

Der Doppeleinsatz ein China, in Ordos in der Inneren Mongolei und wenige Tage später in Peking, war für Leuenberger eine grosse Herausforderung. Denn nicht nur die Strecken und die GT1-Weltmeisterschaft waren neu für Leuenberger, auch der letzte Renneinsatz im GT1-Lamborghini liegt bereits fünf Jahre zurück. Für die letzten drei WM-Läufe 2011 wurde das Team DKR www-discount.de als Schwesterteam der erfolgreichen all-inkl.com-Mannschaft formiert, das sich bei den beiden Rennen im Reich der Mitte aus Personal aus dem Rallye-Cross-Team von all-inkl.com und Lamborghini-Tuner Reiter Engineering zusammensetzte. Während Leuenberger schon auf eine Saison Erfahrung mit dem Lamborghini Murcielago in FIA GT-Meisterschaft und Le Mans Series zurückblicken kann, war Serie und Fahrzeug für seinen Teamkollegen Manuel Lauck komplettes Neuland. Erste Bande mit dem GT1-Lamborghini konnten so beide Fahrer erst im freien Training in Ordos knüpfen.

Der Lamborghini lief in Ordos vom ersten Meter an problemlos und ermöglichte Leuenberger so viel wertvolle Trainingszeit. Trotz der langen Pause im GT1-Auto fand sich der 29-jährige sofort wieder bestens zurecht und verfehlte im Qualifying den Einzug in die zweite Qualifying-Runde nur knapp. Im Qualifying Rennen verpassten Leuenberger/Lauck dann die Top-10 als Zwölfte nur knapp. „Wir haben leider durch einen nicht ganz optimalen Boxenstopp etwas Zeit liegen lassen. Was aber sehr positiv war: Wir waren vom Speed her mit den Gegnern auf Augenhöhe und konnten sogar Plätze gut machen“, so Leuenberger. Im Championship Rennen vereitelte dann ein Reifenschaden ein gutes Ergebnis. „Das war sehr Schade, denn ein Platz in den Top-10 wäre problemlos möglich gewesen.“

Fünf Tage später stand schon das nächste Rennen des China-Doppelevents auf der Goldenport-Strecke in Peking an. Mit den in Ordos gemachten Erfahrungen experimentierten Leuenberger und Lauck im freien Training mit der Fahrwerksabstimmung, fanden aber in der ersten Session noch keine optimale Lösung für die nur 2,4 km kurze Strecke. Im Pre-Qualifying mussten die beiden Lamborghini-Piloten dann einen Getriebeschaden hinnehmen, profitierten dann im nachfolgenden Qualifying von einigen Unterbrechungen, um noch die rechtzeitige Teilnahme am Qualifying nach dem Getriebetausch zu schaffen. Startplatz 15 war schliesslich die Ausbeute eines turbulenten Trainingstages.

Nach einem guten Start bei schwierigen Streckenbedingungen mit nasser Piste im Qualifying Rennen lag Leuenberger dann bereits nach vier Runden auf Rang neun, ehe ein Nissan den Schweizer umdrehte und Leuenberger vom Ende des Feldes eine Aufholjagd startete. Die führte Leuenberger/Lauck am Ende noch wieder bis auf Position 13 nach vorne. „Das Auto lag fanatisch im Regen“, schwärmte Leuenberger. „Es ist natürlich ärgerlich, dass mich der Nissan umgedreht hat. Aber zum Glück gibt es im Qualifying Rennen noch nicht so viele Punkte.“

Zum Championship Rennen nahm der Regen nochmals zu, Lauck sass in der von einer langen Safety-Car-Phase geprägten ersten Rennhälfte am Steuer und übergab den Lamborghini zur Rennmitte an Leuenberger. Der arbeitete sich bis zum Rennende noch bis in die Top-10 vor und sammelte als Neunter erste Meisterschaftspunkte. „Die Bedingungen waren extrem schwierig, es haben sich sehr viele Konkurrenten in den Kies verabschiedet. Ich bin froh, dass wir uns bei diesen Bedingungen keine Fehler erlaubt haben und unsere ersten WM-Punkte einfahren konnten.“

„Es war schön mal wieder den Lamborghini zu fahren, auch wenn die Rahmenbedingungen alles andere als einfach waren und auch das Niveau in der GT1-Weltmeisterschaft unglaublich hoch ist“, zog Leuenberger ein positives Fazit nach gut zwei Wochen in China. „In dem hart umkämpften Feld haben wir uns keine Fehler erlaubt und uns achtbar geschlagen, wenn man bedenkt, dass wir im Vorfeld keine Vorbereitungszeit hatten.“

Bild: GT1World/DPPI

 

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